Allamah Sheikh Ahmed Amin al-Antaki

ahmedaminalantaki

Scheikh Ahmed al-Antaki’s Geburt und Erziehung
Der vollständige Name von Scheikh al-Antaki ist Ahmed ibn Yousif ibn Ali ibn Qanbar al-Haza. Er ist in dem Dorf „A’ynsu“ am Stadtrand Antakia’s, im Jahre 1893 (1311 im islamischen Kalender) geboren. Der Name des Dorfes enthält zwei Wörter, eines ist Arabisch und das andere Türkisch. Daher ist die wörtliche Bedeutung von „A’ynsu“, Auge des Wassers. Dieser Name wurde dem Dorf aufgrund der reichlichen Wasservorkommen und Ressourcen gegeben.

Der Gelehrter wurde als sunnitischer Schafii geboren. Also der schafiitischen Rechtsschule. Von seinem Vater bekam er seinen ersten Unterricht.

Scheikh Ahmed al-Antaki’s Ausbildung

Scheikh Ahmed wurde al-Schafii erzogen und erhielt anfänglich sein Wissen durch seinen Vater. Er lernte später einige Grundlagen, wie zum Beispiel Grammatik, Logik, usw., unter einem Gelehrten in ihrem Dorf. Danach ging er in die Richtung Antakia, und erhielt unterricht bei einem der Sheikh in der Stadt, mit dem namen Scheikh Ahmad al-Tawil. Er nahm mit seinem Bruder weitere Unterrichte auf, worin er auch von Scheikh Said al-Arfi unterrichtet wurde.

Nachdem er einige Jahre sein Studium dort verbrachte, entschied sich Scheikh Ahmad zur Stadt des Wissens zu reisen. Also in die Universität al-Azhar in Ägypten. Um dort sein Studium fortzusetzen. Sein Bruder Scheikh Muhammad wollte ihn begleiten, und sie gingen Beide nach Ägypten.

In Ägypten besuchte er viele Klassen, wie zum Beispiel islamische Theologie, arabische Grammatik usw… Seine Lehrer in der islamischen Theologie zum Beispiel waren Scheikh Muhammad abu Talha und Scheikh Muhammad Bakhit. Er hatte auch andere als Lehrer, wie Muhammad al-Samlut und Scheikh Hassanain.

In der Zeit war das Oberhaupt der Al-Azhar Universität der verstorbene Allamah Scheikh Muhammad Abu al-Fadl. Nachdem er seine Studien abgeschlossen hat, entschied er sich zurück zur Heimat zu gehen. Und sein Wissen, welches er bei der Al-Azhar erworben hat, mit der Familie, seinen Freunden, und mit den Bewohnern zu teilen. Aufgrund der Besatzung der Franzosen, konnte er nicht lange dort bleiben.

Scheikh al-Antaki’s Reise in den Hijaz

Der Scheikh wurde zu einer Reise in den Hijaz (Gebiet um Mekka und Medina herum) eingeladen. Darauf freute er sich besonders, da er erfuhr dass man dort die islamische Scharia auf dem besten Niveau durchgeführen würde. Da die Lehren des Scheikhs im allgemeinen in Syrien sehr anerkannt und geschätzt wurden, bekam er eine Einladung vom König Abdul Aziz al-Saud. Der ihm einen Posten als Richter der Scharia anbot. Nachdem Scheikh Ahmad al-Antaki den Unglauben der Salafiten/Wahhabiten gegenüber andere Muslime sah, lehnte er diesen Angebot jedoch ab. Trotz der Tatsache dass dieses Angebot ein Angebot war, was man nicht ablehnen kann, da es eben eine hohe Position ist.

Nach der Besatzung der Türken durch Mustafa Atatürk, zog er nach Halab, eine Stadt in Syrien. Scheikh Ahmad al-Antaki wurde von Scheikh Said Arif, der das Oberhaupt des islamischen Rats zu dieser zeit war, zum Mufti in diesem Gebiet ernannt.

Scheikh al-Antaki’s übertritt zum schiitischen Glauben

Es gab einige Gründe warum er zur Shia gewechselt ist. Nachdem er alles abwog und die logischen Argumente bei der Shia fand, entschied er sich für den schiitischen Weg.

Er fand einige Zweifelhafte Dinge in der schafiitischen Rechtsschule und allgemein in dem sunnitischen Glauben. Auch viele Widersprüche sind ihm aufgefallen, und Sachen die den Grundsätzen des Islams widersprechen. Er hat vieles davon in seinem Buch „Fī ṭarīqī ilá al-Tashayyu‘“ dargelegt:
رأينا مذهب الشافعي مثلاًً يجوز نكاح البنت من الزنا لأبيها ودليله أن ماء الزنا غير محترم فتكون البنت غير منسوبة لأبيها فيجوز له أن يعقد عليها ويتزوجها وأبو حنيفة يحرمه
Wir sehen beispielsweise, dass die Rechtsschule von Ash-Shafi’i die Ehe des Vaters mit der Tochter aus einem unehelichen Verhältnis erlaubt und sein Beweis dafür besteht darin, dass der Samen des unehelichen Verkehrs nicht anerkannt ist und die Tochter daher nicht der Abstammungslinie des Vaters zugeschrieben wird. Daher ist es ihm erlaubt, mit ihr den Ehevertrag zu schließen und Abu Hanifah verbietet es.
fi tariqi ila al-tashayyu, Seite 16

Ein weiterer Grund warum er Schiite wurde, war das Buch „al-Murajaat“ von Sayyid Abdulhussain Sharafuddin al-Amili, welches auch in deutscher Sprache erhältlich ist. Er sagt folgendes darüber:

وأخذت أتصفح صفحاته معجبا به وأكبرته ووقفت أفكر بهذا الكتاب ومافيه من الحكميات والمحاكمات بين السيد عبد الحسين شرف الدين قدس سره وبين الشيخ سليم البشري وكان الشيخ سليم البشري شيخ الجامع الأزهر آنذاك حين تأليفه يسأل السيد ، عن كل مسألة وهو يجيبه ….
Und ich nahm mir vor, beeindruckt davon, seine Seiten zu durchblättern und ich erachtete es für groß und hielt an. Ich denke über dieses Buch nach und über das, was sich darin an Weisheiten und Urteile zwischen Herr Abd-ul-Husain Sharaf-ud-Din, geheiligt sei er und dem Gelehrten Salim Al-Bishri befindet. Der Gelehrte Salim Al-Bishri war der Gelehrte der Al-Azhar Universität als er den Herrn (Abd-ul-Husain) traf und Fragen über jegliche Angelegenheit stellte, während er ihm antwortete.

Als man das Buch ihm gab, lehnte er es vorerst ab das Buch zu lesen. Da ihm bekannt war, dass das Buch der Shia zugeneigt ist. Der Sheikh sagte darüber:

فعثر شقيقي الشيخ مرعي عليه وقال : خذ هذا الكتاب وإقرأه وتعجب وفكر فيه ، فقلت له : من أي فرقة هو ؟ ، قال : من المذهب الجعفري فقلت له : إليك عني أبعده فإنه ليس لي به حاجة ، فإني أكره الشيعة وما هم عليه لأني أعرفهم ، فقال : أقرأه ولا تعمل به وماذا يضرك أن قرأته ؟ وكان سابقاً قد جرى بحث بيني وبينهم في قرية ( الفوعة ) وهي الواقعة في نواحي بلد ( إدلب )( Seite 17)
Daher stieß mein Bruder darauf, der sich ihm aufmerksam zuwandte und sprach: „Nimm das Buch und lies es und lass dich erstaunen und denk darüber nach.“ Ich sprach zu ihm: „Von welcher Gruppe ist es?“ Er sprach: „Von der jafaritischen Rechtsschule.“ Ich sprach zu ihm: „Gib acht, es liegt mir fern und ich brauche es nicht, denn ich hasse die Schiiten und gehören nicht zu denen ((anerkannten)Rechtsschulen), weil ich sie kenne .“ Er sprach: „Lies es und handele nicht danach. Was schadet es dir denn, wenn du es gelesen hast?“ Und es gab schon zuvor zwischen mir und ihm eine Forschung im Dorf und es liegt in der ländlichen Region Idlib.

 Auch ein weiteres Buch von Abdulhussain Sharafuddin al-Amili al-Musawi lies er sich durch, und zwar das Buch über Abu Huraira, mit dem selben Namen als Buchtitel. Worin er herausfand dass viele Überlieferungen nicht der Logik und dem Quran und den Lehren des Propheten (s) passen. Zum Beispiel als der Prophet Musa (a) angeblich das Gesicht des Todesengels schlägt, sodass er (der Engel) mit einem Blauen Auge davon kommt. Oder wo Musa (a) angeblich nackt durch das Volk Israel gelaufen sei, oder dass Allah (swt) Adam wie sein Abbild erschaffen habe. Und viele mehr öffneten ihm seine Augen. Der Autor des Buches hat auch klar gestellt dass es nicht sein kann, dass Abu Hurayra mehr vom Propheten überliefert als die vier Kalifen und viele Sahaba zusammen. Trotz der Tatsache dass er nur ca. drei Jahre mit dem Propheten zusammen war.

Die Verfügbarkeit starker Fakten, welche nicht geschaffen wurden und welche sowohl von der Schi’a als auch von der Sunna akzeptiert werden.

Es gibt viele Überlieferung in Bezug auf die Ahl-al-Bayt des Propheten (sa). Eine Überlieferung jedoch fand Scheikh Ahmad Antaki besonders Interessant. Und zwar das Gleichnis der Ahlalbayt mit der Arche Noah.
„Meine Ahl-ul-Bayt ist für euch wie die Arche Noah; wer sie besteigt wird errettet und wer sie verpasst geht unter“
(‚Mustadrak ala Sahihein, von al-Hakim al-Nishabouri – Das Buch der Gesetze‘ Kapitel 2, Seite 342 und Ibn Hijir ‚Sawaiqa‘ Seite 153)

Auch die Überlieferung von “Thaqalaayn‘, wo der Prophet (sas) sagt: „Ich habe euch zwei schwerwiegende Dinge hinterlassen, das Heilige Buch Allahs und Meine Ahlulbayt. Wer auch immer mit ihnen bleibt wird nie irregehen. Die zwei schwerwiegenden Dinge werden sich nicht voneinander trennen, bis sie zum Teich im Paradies zurückkehren, so werde ich beobachten wie ihr tun werdet entgegengesetzt zu dem was ich darlegte“
(Sahih Muslim Band. 2 Seite 238 und auch in Ahmed Ibn Hanbal Band. 3 seite 17 und Sunnan Tirmidi Band 2 Seite 308)

Der Heilige Prophet (sas) hat seine Ahlulbayt (welche Ali, Fatimah , Hassan, Hussain und die neun unfehlbaren Söhne Hussains umfasst) mit Noah’s Arche gleichgestellt, so wie das Überleben nur mit ihnen Garantiert ist, da die Arche die einzige Möglichkeit des Überlebens der Leute zu dieser Zeit war.

Der Heilige Prophet (sas) hat auch seine Ahlulbayt mit dem Heiligen Quran gleichgesetzt, welcher der stärkste Beweis ist, das seine Ahlulbayt die meist Wissenden der Leute sind, was den Inhalten des Heiligen Qurans betrifft und das sie unfehlbar sind.

Wenn einer mehr über solche Überlieferungen und Auseinandersetzungen interessiert ist, sollte sich das Buch „al-Murajaat“ besorgen und es durchlesen. Es ist eine der wichtigsten Bücher, was dem Dialog zwischen Sunniten und Schiiten betrifft.

Das waren einige Gründe, warum Scheikh Ahmed al-Antaki zur Schi’a Ithna Ashari Rechtsschule konvertierte.

Wie zuvor schon erwähnt hat Scheikh Ahmed al-Antaki ein Buch namens „fi tariqi ala tashayu“, worin er die genauen Verfahrensweise, wie er konvertierte, darlegt. Scheikh Mohammed Moraey al-Antaki (sein Bruder) hat auch ein Buch, namens „limadha akhtarta madhhab ashia„. Beide Bücher sind Online erhältlich.